Das Sakrament der Versöhnung oder das Bußsakrament

Die Grundaussage des christlichen Glaubens besteht darin, dass wir von Gott geliebt sind, bedingungslos, ohne jede Einschränkung. Die Botschaft Jesu Christi hat genau diesen Inhalt. Er ermutigt die Menschen, der Liebe Gottes zu vertrauen und aus diesem Vertrauen die Angst zu überwinden, die uns immer wieder verleitet, unmenschlich statt menschlich zuhandeln. Die Liebe Gottes gilt uns immer, auch und gerade in unserem Versagen und an den Grenzen unserer eigenen Möglichkeiten. Im Lukasevangelium hat Jesus diese Bereitschaft Gottes zur Vergebung in wunderschönen Gleichnissen zum Ausdruck gebracht, die zur Weltliteratur geworden sind (das Gleichnis vom verlorenen Schaf und vom verlorenen Sohn, LK 15)
Beichten heißt, sich der Liebe Gottes bewusst werden
Im Sakrament der Versöhnung wird diese allgemeine Glaubenswirklichkeit auf den Einzelnen sichtbar gemacht und ihm ganz persönlich zugesprochen. Es geschieht nicht Mehr oder Wirksameres als in den anderen Formen der Zusage der vergebenden Liebe Gottes. Aber im Sakrament der Versöhnung, in der Beichte wird diese Zusage mir persönlich gegeben. Ich erfahre mich konkret angesprochen mit Wahrheit meines eigenen Lebens.
Formen der Versöhnung mit Gott
Neben der Beichte kann auch in Bußgottesdiensten sowie in einer abendlichen Rückbesinnung auf den Tag die innere Bereitschaft zur Umkehr und zur Versöhnung eingeübt werden.
Die Kirche kennt Zeiten, in denen der Blick besonders auf die Buße gerichtet ist: Fastenzeit und Adventszeit.

