Unsere Kirche St. Pankratius

 
Herzlich willkommen in „unserer Kersch“! Mit ihrem weiten, hellen Kirchenraum gehört die Dossenheimer Pfarrkirche St. Pankratius zu den großen Kirchengebäuden an der Bergstraße. Wegen ihrer guten Akustik finden hier neben Gottesdiensten und Andachten regelmäßig Konzerte statt, womit Dossenheim zu einem Teil des reichen Kulturangebots der Metropolregion Rhein-Neckar wird. Kommen Sie mit auf einen kurzen Rundgang.
 

Jünger als man denkt

Gottesdienst in St. Pankratius
Steht man vor der breiten Front (neo-) barocker Altäre, ist man leicht an traditionsreiche oberschwäbische oder oberbayrische Dorfkirchen erinnert. So manch einer ist dann überrascht, wenn er erfährt, dass unsere Kirche noch nicht einmal hundert Jahre alt ist.
 

Ein kurzer Blick in die Geschichte

Durch eine Schenkungsurkunde aus den Jahren um 800 n. Chr. wissen wir von einer kleinen Eigenkirche (d.h. zur privaten Nutzung) im Ort. Allerdings ist der Standort dieser ersten belegten Kirche nicht bekannt. Seit 1375 gingen die Dossenheimer in die heute evangelische Kirche. Von diesem ersten Kirchenbau ist noch das Untergeschoss des Kirchturms, die heutige Sakristei, erhalten.
 
Um 1550 wurde in der Kurpfalz die Reformation eingeführt, die Region blieb aber konfessionell gemischt. Leider war erst einer der schwersten Kriege auf deutschem Boden, der sogenannte Dreißigjährige Krieg, nötig, um zumindest ein vertraglich geregeltes Zusammenleben von Katholiken und Evangelischen zu ermöglichen. 1650 kam es zu einem Vertrag zwischen dem katholischen Kurmainz und der evangelischen Kurpfalz, dem sogenannten Bergsträßer Rezess, der unter anderem in Dossenheim beiden Konfessionen die Nutzung der Kirche gestattete: die Katholiken im Chor, die Evangelischen im Langhaus. Diese Simultannutzung funktionierte leidlich, wenn auch nicht reibungslos.
Die unterschiedlichen konfessionellen Sichtweisen gipfelten im „Altarstreit“. Während die katholische Seite den Altartisch als Ort der Wandlung im Chor sah, wollte die evangelische Seite den Altartisch als Ort des gemeinsamen Abendmahls unter die Kanzel im Langhaus rücken. In der Folge wurde der Altartisch auf Rollen hin- und hergeschoben. Der eigentliche Grund für den Auszug der katholischen Pfarrgemeinde war jedoch das stetige Anwachsen der Mitgliederzahl seit der Mitte des 19. Jahrhunderts. Durch den Ersten Weltkrieg verzögert und aufgrund der wirtschaftlichen Verhältnisse in der Ausführung vereinfacht, erfolgte 1924 die Grundsteinlegung zur neuen katholischen Kirche. Zwei Jahre später, 1926, fand die Weihe statt.
 

Das Kirchengebäude, ein Zeugnis des Neobarocks

Die Weite des Kirchenraums unserer Pfarrkirche kommt durch das breite Mittelschiff zustande, dem relativ schmale Seitenschiffe angefügt sind, wie es  für barocke Architektur typisch ist.

In der Tat standen für den Entwurf  unserer Kirche samt Turm  mehrere österreichisch-böhmische Dorf- und Klosterkirchen Pate. Um dem als modernistisch empfundenen zeitgenössischen Baustil des Expressionismus oder dem nüchtern-geometrischen Bauhausstil entgegenzutreten, bevorzugten eher konservativ eingestellte Kreise die Neu- oder Neogotik, Neoromanik oder - wie eben in Dossenheim – den Neobarock. Die Kirche wurde im sogenannten Faulhaberstil errichtet, benannt nach dem Münchner Erzbischof und Kardinal, der diesen Baustil in seiner Diözese förderte. Die geschwungene Turmhaube, die ovalen, linsenförmigen Fenster in der Fassade und v.a. der neobarocke Hauptaltar mit seinen Pendants in den Seitenschiffen sind typische Kennzeichen dieses Baustils.

 

Die Deckengemälde und unser Patron, der Heilige Pankratius

„Wenn’s am Pankraz g’friert, wird im Garten viel ruiniert. Ist Sankt Pankratius schön, wird guten Wein man sehn“. Die Bauernregel weist schon darauf hin, dass unser Kirchenpatron, der Heilige Pankratius, zu den Eisheiligen zählt. Sein Gedenktag ist der 12. Mai. Die 1946 entstandenen drei Deckengemälde unserer Kirche erzählen das Wenige, was aus seinem Leben bekannt ist.
 

Der Hochaltar - Tiefpunkt und Aufbruch

Unverstellt durch Chorschranken oder Säulen beherrscht der breite Hochaltar, der in den Jahren 1941-46 immer wieder unterbrochen von Kriegswirren entstand,  Chorraum und Kirchenschiff unserer Pfarrkirche.
 

Der Marienaltar: "Mir geschehe nach deinem Wort"

Bereits 1926 entstand zeitgleich mit dem Josefsaltar im südlichen Seitenschiff der Marienaltar im nördlichen Seitenschiff, früher die „Frauenseite“. An die Stelle eines gemalten Altarbildes tritt eine geschnitzte Figurengruppe mit der Verkündigung der Schwangerschaft an Maria durch den Erzengel Gabriel.
 

Der Josefsaltar - von himmlischen und irdischen Vätern

Das Pendant zum Marienaltar bildet auf der früheren „Männerseite“ der Josefsaltar.
 

Die Pfeileraltäre und unsere peruanische Partnergemeinde

Den Übergang von den Seitenschiffen hinauf zum Hauptaltar bilden links und rechts die Pfeileraltäre mit ihren Baldachinen.
 

Kanzel, Kreuzweg und Andachtsbilder

Kanzel mit Gesetzestafeln und Taube
Die Ausstattung des Kirchenschiffs wird durch die Kanzel mit gegenüberliegendem Kanzelkreuz (1929), den Kreuzwegstationen in den Seitenschiffen (1938) und den sich gegenüberliegenden Andachtsbildern der Pietà und des Heiligen Bruders Konrad komplettiert
 

Die Empore, Ort der Versöhnung und Musik

Den Abschluss unserer Kirchenvorstellung bildet die Empore mit Orgel oberhalb und Beichtstühlen unterhalb.
Unsere Orgel wurde 1965 von der Orgelbaufirma Michael Weise (Plattling/Bayern) gebaut. Sie hat 35 Register, die sich auf drei Manuale (Rückpositiv, Hauptwerk und Schwellwerk) sowie Pedal verteilen.
Unter der Empore befinden sich die als Beichtzimmer eingerichteten Beichtstühle, in denen in Form der heute üblichen Beichtgespräche das Sakrament der Versöhnung gespendet wird. Der inzwischen von Kirchenbänken befreite Bereich unterhalb der Empore ist aber auch der Ort für Empfänge des Pfarrgemeinderats oder für den Neujahrsempfang der Pfarrgemeinde. Und last but not least: Dort stehen auch zwei Tischchen mit Stühlen, Büchern und Malutensilien für kleine Gottesdienstbesucher, die es nicht die komplette Messe in der Kirchenbank hält.
 

Kirchenführer für Kinder und Ausmalbilder